Standardisierung

Bislang gibt es kaum spezifische Kleidung zum Schutz der Haut im Bereich der Lasermaterialbearbeitung. Entsprechend existieren keine relevanten Standards und Normen für Laserschutzbekleidung. Es sind lediglich einige wenige Empfehlungen wie z.B. die Verwendung von flammhemmender Arbeitsbekleidung bekannt.

Nicht nur die Demonstratoren der zu entwickelnden persönlichen Laserschutzbekleidungen, sondern auch die Textilprüfstände und die Prüfprozeduren, können Ausgangspunkte für Normungsaktivitäten sein. Begleitend zur den technischen Entwicklungen im Projekt lag der Fokus bei einem Teil der Arbeiten daher auf einem Handlungsplan bzgl. der Standardisierung sowie auf der Vorbereitung eines „New Work Item Proposals“ (NWIP) für Laserschutzbekleidung und Prüfprozeduren. Ausgehend von einer Recherche zu existierenden Regularien in den Bereichen „Persönliche Schutzausrüstung gegen Laserstrahlung“, „Schutzbekleidung gegen Feuer“ sowie „Schweißerschutz“ wurde eine Strategie entwickelt, nach welcher sich die Projektergebnisse in den Normungsprozess einbringen lassen. Außer durch die unmittelbare Berichterstattung über relevante Informationen aus dem Projekt an die Technischen Komitees der CEN (Europäisches Komitee für Standardisierung) wurden die Projektergebnisse über nationale Normungsgremien von im Projektkonsortium oder im PROSYS-Laser-Fachbeirat vertretenen Ländern eingebracht. Da Normungsprozesse kompliziert sind und relativ langwierig sind, war die PROSYS-Laser-Projektlaufzeit nicht ausreichend, um die erforderlichen Übereinkünfte zu erzielen. Darüber hinaus ist die Einreichung eines NWIPs mit einer definierten Zeitspanne von 36 Monaten verbunden, in welcher der Normungsprozess abgeschlossen sein muss. Daher haben die Projektpartner entschieden, den NWIP nach dem Projektende unter Einbeziehung der endgültigen Projektergebnisse fertigzustellen, um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs des Normierungsprozesses zu erhöhen. Es wurde ein ausführlicher Informationsbrief zu den für die Laserschutztextilien vorgeschlagenen Prüfprozeduren und Schutzgraden erarbeitet. Dieser Informationsbrief beruhte zu großen Teilen auf einem im Wesentlichen von einem der Forschungspartner entwickelten Inhouse-Standard. Damit wurden verschiedene nationale Normungsgremien kontaktiert.

In der Zwischenzeit wurde ein technischer Standard für die Prüfung von Laserschutzhandschuhen in Form einer DIN SPEC (Vornorm) erarbeitet. Dieser Standard ist als Entwurf verfügbar (DIN SPEC 91250:2014-11 – Schutzhandschuhe gegen Laserstrahlung, Beuth Verlag, Berlin) und soll die Grundlage für eine DIN Norm sein.