PROSYS-laser® – Überblick

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PROSYS-laser® ist der Name eines von der EU geförderten Forschungsvorhabens (Nr. NMP2-SE-2009-229165), das im November 2012 beendet wurde. Das Vorhaben war der Entwicklung von hochinnovativen passiven sowie aktiven (“intelligenten”) Laserschutzbekleidungen und -vorhängen gewidmet, welche beim Betrieb von handgeführten Laserbearbeitungsgeräten (HLGs) sowie automatischen Laseranlagen eingesetzt werden können. Mit derartigen Laserschutzbekleidungen und -vorhängen soll die Haut der Maschinenbediener und anderer im Umfeld von Laserbearbeitungsprozessen tätiger Personen gegen die unbeabsichtigte Exposition durch reflektierte oder gestreute Laserstrahlung geschützt werden. Geeignete Laserschutzbekleidung ist derzeit kaum am Markt verfügbar.

Die Hauptziele des Vorhabens waren

  • die Erschließung neuer Märkte für Hochleistungslaserschutzbekleidung und -vorhänge sowie für die Prüfprozeduren, wobei insbesondere die beteiligten kleinen und mittleren Unternehmen ermutigt werden sollten, ihr Produktportfolio zu erweitern und unmittelbar von den Entwicklungen und Demonstratoren des Vorhabens zu profitieren,
  • die Unterstützung der Verbreitung von Lasertechnologie, indem Hilfsmittel bereitgestellt werden, mit denen sich innovative technologische Entwicklungen wie handgeführte Laserbearbeitungsgeräte oder brillante Hochleistungslaser sicher betreiben bzw. nutzen lassen, so dass Gesundheitsgefährdungen für die Bediener der verschiedenen Lasergeräte und -anlagen minimiert und somit die Zahl der auf die Exposition durch Laserstrahlung zurückzuführenden Unfälle reduziert werden,
  • Beiträge zum Standardisierungs- bzw. Normungsprozess im Hinblick auf Laserschutzbekleidung und die zugehörigen Prüfprozeduren.

Der Lösungsansatz zur Erreichung der Projektziele war, innovative Lasertechnologie mit Hochleistungstextiltechnologie zu kombinieren. Schlüsselentwicklungen waren dabei:

  • passive funktionale Mehrlagensysteme technischer Textilien, die einen hohen Grad an passiver Widerstandsfähigkeit gegen Laserstrahlung aufweisen,
  • aktive funktionale Mehrlagensysteme technischer Textilien, die Sensoren beinhalten, welche eine Exposition durch Laserstrahlung detektieren und in der Lage sind, die Laserstrahlung über eine Sicherheitssteuerung automatisch zu deaktivieren,
  • Prüfmethoden und -aufbauten, mit deren Hilfe passive und aktive funktionale Systeme technischer Textilien bzw. konfektionierter Laserschutzbekleidung geprüft und bewertet werden können.

Für die durchzuführenden Arbeiten wurde ein Konsortium aus 13 europäischen Partnern zusammengestellt, von denen 9 Partner kleine oder mittlere Unternehmen und 3 Partner Forschungseinrichtungen waren. Dieses Konsortium repräsentierte eine zielorientierte Kombination aller Kompetenzen und Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Projektbearbeitung erforderlich waren. Gleichzeitig verdeutlichte die Zusammensetzung des Konsortiums die Relevanz der Thematik für den Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen.

Aufbauend auf den entwickelten Textilsystemen zum Schutz gegen Laserstrahlung wurden Demonstratoren für passive und aktive Handschuhe, Jacken und Schürzen sowie für aktive Vorhänge gefertigt, wobei die aktiven Systeme an eine geeignete Elektronik gekoppelt waren. In diesem Zusammenhang wurden auch Eigenschaften wie der Widerstand gegen Verschleiß und Entzündung, die Waschbarkeit sowie die Haptik und ergonomische Aspekte betrachtet. Darüber hinaus wurde ein spezieller Teststand entwickelt, der mit Geräten zur automatisierten Messung optischer und thermophysikalischer Eigenschaften potenzieller Schutzsysteme während einer definierten Laserbestrahlung ausgerüstet ist. Damit lässt sich die Eignung neuer passiver und aktiver Textilsysteme zum Schutz der Haut gegen Laserstrahlung bewerten. Die Ergebnisse der durchgeführten Entwicklungen wurden genutzt, um die Standardisierung der Prüfprozeduren für Laserschutztextilien anzustoßen. Dies soll später die Grundlage für die Standardisierung von Laserschutzbekleidungen und -vorhängen sein, wobei dafür Ergänzungen existierender Normen oder eigenständige neue Normen in Frage kommen.

Für die Verwertung der Projektentwicklungen wurden 14 potenziell verwertbare Projektergebnisse definiert. Die Partner beabsichtigten, auch nach Projektende für eine erfolgreiche Verwertung eng miteinander zu kooperieren. Die Markteinführung der ersten aus dem Projekt resultierenden passiven und aktiven Laserschutzbekleidungen sowie aktiven Vorhänge wurde ursprünglich für das Jahr 2014 erwartet.