Gefährdungen durch Laserstrahlung

Außer von der Laserwellenlänge ist das Gefährdungspotenzial von handgeführten Laserbearbeitungsgeräten oder automatischen, nicht-geschlossenen Laseranlagen entscheidend vom Abstand des potenziell bestrahlten Teils der Haut zur Prozesszone abhängig. Der Grund dafür ist, dass die Intensität bzw. Leistungsdichte fokussierter Laserstrahlung mit dem Quadrat des abnehmenden Abstands zur Prozesszone steigt. Eine typische Situation, mit der ein neben der Prozesszone stehender Bediener eines handgeführten Laserbearbeitungsgerätes konfrontiert wird, sowie die zugehörigen Abstände zwischen der Prozesszone und den verschiedenen Körperteilen des Bedieners sind in Abbildung 1 dargestellt. Entsprechend dieser Darstellung sind die am stärksten gefährdeten Körperteile die Hände, mit denen das HLG bedient wird.

 

Abstände-Prozesszone-de

Abbildung 1: Typische Abstände zwischen Prozesszone und Körperteilen bei der Materialbearbeitung mit einem handgeführten Lasergerät (der Abstand des Körperteils von der Prozesszone bestimmt entscheidend das Gefährdungspotenzial), links. Mögliches Szenario z.B. bei Wartungsarbeiten (unbeabsichtigte Reflexion), rechts.

Im Prinzip kann zwischen drei Arten von Laserstrahlung differenziert werden:
Bestrahlung durch einen diffus gestreuten Laserstrahl, Bestrahlung durch einen gerichtet reflektierten Laserstrahl sowie direkte Laserbestrahlung. In Abbildung 2 steigt entsprechend die für den Schutz der Haut erforderliche Schutzwirkung von links nach rechts an.

Im Hinblick auf die Auslegung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Laserstrahlung bzw. von Laserschutzvorhängen muss jeweils der schlimmste denkbare Fall betrachtet werden. In den meisten Fällen sind HLGs jedoch mit Sicherheitseinrichtungen wie z.B. Zweihandschaltungen und Aufsetzkontrollen ausgestattet, die eine direkte Bestrahlung mit einem fokussierten Laserstrahl sicher verhindern sollten.

 

Laserbestrahungsfälle-de

Abbildung 2: Typische Laserbestrahlungsfälle sowie entsprechend erforderliche
Schutzwirkungen zum Schutz der Haut (qualitative Betrachtung).